Das vollständige Panel "Technologieanbieter und -dienstleister"

Ebenfalls anwesend beim Procurement Summit war unser CEO Jonas Haring. Er hat am Panel „Technologieanbieter und -dienstleister“ teilgenommen. Auch hier spielten die Globalisierung und ihre Gegenkräfte eine große Rolle. Darüber hinaus ist für das Sourcing der Zukunft die Digitalisierung von überragender Bedeutung. Sie schafft ein enormes Potential zur Erhöhung der Effizienz und Abstimmung von Supply Chains. Das Panel in voller Länge sehen Sie hier:  

Die relevantesten Punkte aus unserer Sicht waren: 

  1. Digitale Geschäftsmodelle und Plattformen vereinfachen globales Sourcing 

    Durch Digitalisierung und Big Data können Supply Chains neu aufgestellt werden. Besseres Tracking und nahtloses Übertragen von Informationen erlauben komplexere Lieferketten. Außerdem können Teile Just-In-Time bestellt und somit Lagerkosten gespart werden. Der informationstechnische Fortschritt macht auch die Handhabung von globalem Sourcing deutlich einfacher. Die Zeiten, in denen man grob abschätzen musste, wann die Lieferungen aus Asien oder den USA ankommen würden sind vorbei, heutzutage kann die gesamte Logistik in Echtzeit überwacht werden. Digitale Plattformen schaffen zusätzlich Übersicht, da bei ihnen alle Daten zusammenfließen und sie als direkter Ansprechpartner für Auftraggeber wie Lieferanten fungieren. 

  2. China hat sich vom Billiglohnland zu einem ernstzunehmenden Wertschöpfungspartner entwickelt 

    Vorbei sind auch die Zeiten, in denen die deutsche Industrie lächelnd nach Asien gesehen hat und in China höchstens einen Absatzmarkt, nicht aber einen Konkurrenten oder gleichwertigen Partner gesehen hat. Nach 40 Jahren Aufholjagd ist das Land in vielen Branchen ebenbürtig, in manchen – zum Beispiel künstlicher Intelligenz – sogar einige Schritte voraus. Deswegen ist hierzulande ein Umdenken notwendig, weg von China als Thema für die Sales-Abteilung, hin zu einem Einkaufsmarkt, Kooperationspartner oder auch potentiellen, zukünftigen Konkurrenten. 

  3. Die deutsche Industrie ist zu zögerlich – sowohl bei globalem Sourcing, als auch bei der Digitalisierung 

    Doch dieses Umdenken findet leider kaum statt, weder in Bezug auf China noch auf andere unaufhaltsame Entwicklungen. Beispiel Digitalisierung: Studie um Studie zeigt, wie sehr deutsche Unternehmen hier hinterherhängen, auch in ihren Beschaffungsprozessen. Die Schuld liegt nicht nur bei ihnen. Die Entwicklungen der letzten Jahre hin zu mehr Protektionismus und wirtschaftlichem Nationalismus sorgen für viel Unsicherheit und der Aufbau einer Supply Chain erfordert häufig langfristige Investitionen. Auch zusätzliche Handelsbarrieren zwischen Europa und China sind wahrscheinlicher geworden als das vor einigen Jahren noch der Fall war. All das ist aber kein Grund, sich komplett auf den EU-Markt zurückzuziehen. Wer sich vor eigenen Investitionen in eine globale Supply-Chain scheut, kann trotzdem dem risikofreien Weg über spezialisierte, externe Beschaffungsdienstleister gehen.